Projekte der BGZ in der Türkei

Die BGZ kann auf dreißig Jahre erfolgreiche Projektarbeit in der Türkei zurückblicken. Seit 1984 konzentrieren wir uns auf die Unterstützung von dort ansässigen KMU. Ursprünglich wurde die BGZ als „Berliner Gesellschaft für deutsch-türkische Zusammenarbeit mbH“ gegründet. Mit der MEKSA, der „Stiftung zur Förderung der Berufsausbildung und der Klein- und Mittelindustrie in der Türkei“ realisierten wir Projekte zur Qualifizierung von Fach- und Führungskräften, zur Existenzgründungsberatung und zur Stärkung von Selbstverwaltungseinrichtungen.

Vorbild: Das duale System

Allen Projekten der BGZ in der Türkei ist eines gemeinsam: Sie leisten Hilfe zur Selbsthilfe beim Aufbau handwerklicher Aus- und Fortbildungszentren und bei der Förderung der KMU in der Türkei. Vorbild ist die duale Berufsausbildung aus Deutschland. Die positive Erfahrung mit den BGZ-Projekten führt 1986 zur Novellierung des Türkischen Berufsausbildungsgesetze, das heute noch gilt.

Mitverantwortung und Eigenleistung

1983 findet die erste Reise nach Istanbul und Izmir statt. Hier sind am Stadtrand Gewerbesiedlungen mit Hunderten von kleinen und mittleren Betrieben der gleichen Branche entstanden – doch es fehlt an Fachleuten. Die Idee, mitten in diesen Gewerbesiedlungen ein Ausbildungszentrum zu gründen, liegt nahe. Voraussetzung für den Erfolg ist die Motivation der Betroffenen: Es muss ihr Projekt sein. Es wird ein Protokoll unterzeichnet, in dem sich die örtlichen Kräfte zu Eigenleistung und späterer Weiterführung der Projekte verpflichten.

MEKSA – Alle Partner an einem Tisch

1985 erfolgt die Gründung der MEKSA. Wie bei der BGZ sind an dieser Institution sowohl die Wirtschaft als auch der Staat beteiligt. Die MEKSA übernimmt nach und nach die Ausbildungsprojekte.

Im Rahmen der Projekte erfolgt die Ausstattung mit Maschinen und Werkzeugen, die Schulung von Ausbildern – meist mit Unterstützung der Handwerkskammer Berlin, die Entwicklung von Curricula und Unterrichtsmaterialien, die Lehrlingsausbildung und die Meisterprüfung nach deutschem Vorbild. In 18 überbetrieblichen Aus- und Fortbildungszentren in 12 Städten der Türkei werden in dreißig Jahren circa 10.000 Lehrlinge in 13 anerkannten Berufen ausgebildet.

Die Förderer

Die landesweit entstehenden Bildungszentren sind das Ergebnis einer frühen Public Private Partnership: Sie wurden gefördert von den deutschen Bundesministerien BMZ/GTZ, BMWA und Firmen wie Bayer, Mannesmann, Ruhrkohle oder Thyssen Stahl.

 „Die BGZ leistet in vorbildlicher Weise Hilfe zur Selbsthilfe beim Aufbau handwerklicher Aus- und Fortbildungszentren. (…)Besonders freut mich, dass das gute Berliner Modell Schule macht. Politik und Wirtschaft in der Türkei wie in Deutschland haben damit ein erfolgreiches Beispiel enger, vertrauensvoller Zusammenarbeit gesetzt.“

Richard von Weizsäcker, Bundespräsident a.D.

Projektübersicht

1) Förderung betrieblicher Ausbildungsmaßnahmen in der Türkei. Ausbildung/ Weiterbildung im Einzelhandel

Durchgeführt in: Ankara
Geber: GTZ
Laufzeit: 1991-1992
Partner: MEKSA Ankara

Durchführung von Kurzzeit-Ausbildungsmaßnahmen, besonders für Frauen und Mädchen zur Verbesserung der Beschäftigungschancen.

2) Berufsausbildung für Frauen und Mädchen: Ausbildung für Bürokauffrauen in Südostanatolien

Durchgeführt in: Diyarbakir, Sanliurfa und Erzurum/ Türkei
Geber: DEZA
Laufzeit: 1997-2000
Partner: MEKSA, IHK Diyarbakir und IHK Sanliurfa, Erziehungsministerium der Türkei, örtliche Betriebe, lokale Berufsverbände und Kammern, Stadtverwaltungen in Diyarbakir und Sanliurfa.

Einführung des Berufsbildungsmodells für den Beruf Bürokaufmann/frau.

3) Förderung betrieblicher Ausbildungsmaßnahmen in der Türkei. Ausbildung für Kfz-Meister und Industriemeister

Durchgeführt in: Ankara, Bursa, Diyarbakir, Istanbul und Izmir
Geber: GTZ
Zeitraum: 1989-1996
Partner: MEKSA Ankara, Erziehungsministerium der Türkei

Einführung des Berufsbildungsmodells für Industrie- und Kfz-Meister/innen.

4) Förderung betrieblicher Ausbildungsmaßnahmen in der Türkei. Berufsausbildung für Elektriker

Durchgeführt in: Konya
Geber: GTZ
Laufzeit: 1993-1999
Partner: MEKSA Ankara, Konföderation des Türkischen Handwerks (TESK),
Handwerkskammer Konya

Einführung des Berufsbildungsmodells für Elektriker/innen.

5) Förderung betrieblicher Ausbildungsmaßnahmen in der Türkei. Berufsausbildung für KFZ-Mechaniker, Maschinenschlosser und Werkzeugmechaniker

Durchgeführt in: Adana, Ankara, Bursa, Diyarbakir, Istanbul und Izmir
Zeitraum: 1984–2002
Geber: GTZ
Partner: MEKSA Ankara, Bayer AG, Mannesmannröhren-Werke AG,
Erziehungsministerium der Türkei, Industriekammer Istanbul, Dachverband der Industrie- und Handelskammern (TOBB)

Einführung des Berufsbildungsmodells für Kfz-Mechaniker/innen, Maschinenschlosser/innen und Werkzeugmechaniker/innen.

6) Förderung betrieblicher Ausbildungsmaßnahmen in der Türkei. Berufsausbildung für Schuhmacher

Durchgeführt in: Izmir
Geber: GTZ
Laufzeit: 1993-1998
Partner: MEKSA Ankara und Izmir

Einführung des Berufsbildungsmodells für Schuhmacher/innen.

7) Förderung betrieblicher Ausbildungsmaßnahmen in der Türkei. Berufsausbildung für Tischler/ Möbelbauer

Durchgeführt in: Bursa und Eskisehir, Izmir und Diyarbakir
Geber: GTZ
Laufzeit: 1988-2001
Partner: MEKSA Ankara, Bayer AG Leverkusen

Einführung des Berufsbildungsmodells für Tischler/innen, Möbelbauer/innen und Schreiner/innen.

8) Förderung betrieblicher Ausbildungsmaßnahmen in der Türkei. Berufsausbildung im Tourismusbereich

Durchgeführt in: Marmaris, Ankara und Köycegiz
Geber: GTZ und BMA
Laufzeit: 1995-2001
Partner: MEKSA Ankara, Tourismusministerium der Türkei

Einführung des Berufsbildungsmodells für Hotel- und Restaurantfachleute, Köche/Köchinnen und Kellner/innen.

9) Berufsausbildung von Männern in Südanatolien

Durchgeführt in: Sanliurfa und Gaziantep/ Türkei
Geber: DEZA
Laufzeit: 1992-2000
Partner: MEKSA, IHK Sanliurfa, Erziehungsministerium der Türkei, örtliche Betriebe, Kooperation mit den lokalen Berufsverbänden und Kammern und den Stadtverwaltungen in Gaziantep und Sanliurfa.

Einführung des Berufsbildungsmodells für Kfz-Mechaniker/innen, Landmaschinenmechaniker/innen, Maschinenschlosser/innen, Dreher/innen und Schweißer/innen.

10) Förderung der beruflichen Eingliederung von türkischen Gastarbeitern und deren Kindern durch Infrastruktur- und Reintegrationsmaßnahmen im gewerblich-technischen Bereich

Durchgeführt in: Adana, Ankara und Zonguldak
Geber: BMA
Laufzeit: 1990-1995
Partner: Ruhrkohle AG, Mannesmannröhren-Werke AG, Bayer AG Leverkusen, MEKSA Ankara, sowie lokale türkische Handwerkskammern und Innungen

Einführung des Berufsbildungsmodells für Maschinenschlosser/innen, Kfz-Mechaniker/innen, Elektroinstallateure/innen, Tischler/innen, Möbelbauer/innen.

11) Förderung der beruflichen Eingliederung von türkischen Gastarbeitern und deren Kindern durch Infrastruktur- und Reintegrationsmaßnahmen im Hotel- und Gaststättenbereich

Durchgeführt in: Icmeler und Konya
Geber: BMA
Laufzeit: 1995-1999
Partner: MEKSA Ankara, Hotelfachschule Hamburg

Reintegration von türkischen Jugendlichen (Gastarbeiterkindern) aus der Bundesrepublik Deutschland und Stärkung der dualen Berufsausbildung als Eingliederungsinstrument.

Projektbilder

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Projektdetails

Durchgeführt in:

Türkei

Laufzeit:

1984 – 2002

Partner in Deutschland:

Bayer AG Leverkusen, Mannesmannröhren-Werke AG, Ruhrkohle AG, Hotelfachschule Hamburg, Handwerkskammer Berlin

Transnationale Partner:

MEKSA, IHK Istanbul, IHK Diyarbakir, IHK Sanliurfa, Handwerkskammer Konya, Erziehungsministerium der Türkei, Konföderation des Türkischen Handwerks (TESK), Dachverband der Industrie- und Handelskammern (TOBB), Tourismusministerium der Türkei, Stadtverwaltungen in Diyarbakir, Gaziantep und Sanliurfa

Ansprechperson:

Dr. Hilde Hansen
Tel. +49(30)809941-16

Geber:

BMA, DEZA, GTZ