EQUAL -Entwicklungspartnerschaft Prointegration

Berufliche Integration von Mitgrantinnen und Migranten durch Interkulturelles Mainstreaming

Problemlage und Bedarf

Berlin hat einen besonders hohen Anteil von Menschen mit Migrationshintergrund. Er steigt beständig. Deren berufliche Integration jedoch hält damit nicht Schritt – trotz vielfältiger Bemühungen der Politik. Wie kann Integration besser gelingen? Dieser Frage widmete sich das Projekt „ProIntegration“ in Form einer Entwicklungspartnerschaft, deren Gesamtkoordination die BGZ übernahm.

Sie bezog alle Möglichkeiten der beruflichen Integration ein – von der Erstausbildung bis zur Existenzgründung. Das Spektrum der Partner/innen reichte von den Migrant/innen und ihren Selbsthilfeorganisationen, über die Unternehmen, in denen sie arbeiten, den Institutionen, die sie ausbilden und qualifizieren bis in die politische Entscheidungsebene, die die Rahmenbedingungen für die Integration festlegt.

Interkulturelles Mainstreaming als Methode zeigt, wie durch aufeinander abgestimmte Konzepte der Akteure die Passgenauigkeit der Angebote erhöht und Integrationshemmnisse abgebaut werden können. So ist es möglich, gut qualifizierte multikulturelle Fachkräfte für Berlin als internationalen Wirtschaftsstandort zu gewinnen.

Ziele und Aktivitäten

Ziel des Projektes war es, die berufliche Integration von Migrant/innen in Berlin durch interkulturelles Mainstreaming zu verbessern. Ausgangspunkt war die These, dass es eine mangelnde Passgenauigkeit der Integrationsangebote gibt. Diese wiederum hat ihre Ursache darin, dass die verschiedenen Ebenen, die an der beruflichen Integration von Migrant/innen in Berlin beteiligt sind, keinen integrierten interkulturellen Ansatz verfolgen, sondern eher nebeneinander agieren.

Das Projekt setzte sich als weiteres Ziel, einen arbeitsmarktpolitischen Mehrwert für die Migrant/innen zu erreichen. Dieser bestand im marktgerechten Einsatz vorhandener Zusatzqualifikationen und Vermittlung in Arbeit, in der Erschließung neuer Beschäftigungsperspektiven sowie im Abbau von Qualifikationsdefiziten durch passgenaue Nachqualifikation. Die BGZ übernahm das Projektmanagement und die Koordination der EP. Es gab 7 weitere Teilprojkete in Berlin und ein transnationales Projekt:

Teilprojekt: Wissenschaftliche Begleitung

ProIntegration verfolgte ein innovatives Konzept. Die wissenschaftliche Begleitung half den operativen Teilprojekten, interkulturelle Kompetenz, Equal-Querschnittsziele sowie prozess- und zielbezogene Innovationen in die Projektarbeit zu integrieren.
Träger: Söstra GmbH

Teilprojekt Interkulturelles Training

Ziel war es, die interkulturelle Handlungskompetenz aller mit der beruflichen Integration von Migrant/innen betrauten Akteure zu erhöhen. Dazu dienten mehrtägige interkulturelle Trainingsseminare für rund 250 Mitarbeiter/innen aus Verwaltungen, Unternehmen und Migrantenorganisationen.
Träger: Bezirksamt Lichtenberg von Berlin

Teilprojekt Matching für Aussiedlerinnen und Migrantinnen aus Osteuropa

Das Teilprojekt erschloss Kompetenzen von Migrantinnen aus Osteuropa für den Berliner Arbeitsmarkt, unabhängig von der formalen Anerkennung ihrer Abschlüsse. Gut qualifizierte Aussiedlerinnen wurden – unterstützt durch einjährige Traineepartnerschaften, Weiterbildung und Coaching – passgenau in Berliner Unternehmen mit Osteuropa-Bezug vermittelt.

Träger: Seminarzentrum Göttingen

TP 5: Efa – Existenzgründung für Akademiker/innen mit Migrationshintergrund

Akademiker/innen mit Migrationshintergrund sind bei Existenzgründungen immer noch unterrepräsentiert. Maßgeschneiderte Angebote für hochqualifizierte Gründerinnen halfen, ihre Qualifikationen für die Berliner Wirtschaft zu erschließen.
Träger: ISI– Initiative selbständiger Immigrantinnen e.V.

TP 6: Entwicklung interkultureller Kompetenzen in KMU

Ziel war es, die interkulturelle Kompetenz von mittelständischen Unternehmen zu entwickeln und ihre Bereitschaft zur Einstellung von Migrant/innen zu stärken. Dafür erarbeitete das Teilprojekt Analysen und Strategien. Im begleitenden Coaching wurden interkulturelle Potenziale und Kompetenzen von Migrant/innen direkt für Unternehmensentwicklung und -erfolg erschlossen.
Träger: Seminarzentrum Göttingen

TP 7: Ausbildung von Integrationsbegleiter/innen

Mulitplikator/innen erhielten in berufsbegleitenden Intensivseminaren eine Qualifizierung zu Integrationsbgeleiter/innen. Vermittelt wurden u. a. interkulturelle Kompetenz in der Arbeitsberatung und Best Practices der Integration. Ziel war es, interkulturelles Mainstreaming in der Arbeitsmarktintegration nachhaltig zu verankern.

Träger: VIA e.V. – Verein für internationalen und kulturellen Austausch

TP 8: Qualifizierung von Asylbewerber/innen

“Novi Vidici“ – „Neue Perspektiven“ – Integration von Asylbewerber/innen, insbesondere von Sinti und Roma, war das Thema dieses Teilprojekts. Ziel war es, durch praxisorientierte niedrigschwellige Basisqualifikationen in den Bereichen Holz, Metall, Elektro, Textil und Pflege dieser Zielgruppe den Arbeitsmarktzugang zu erleichtern sowohl in Deutschland als auch im Herkunftsland der Teilnehmer/innen.

Träger: Südost Europa Kultur e.V.

TP 9: DigiTales – Diversity in Medien

DigiTales ist das transnationale Projekt der Entwicklungspartnerschaft „Prointegration“. Es wurden Kurzfilme über migrantenspezifische Themen gedreht. Kurzfeatures und „oral stories“ über Migrant/innen sensibilisierten für die Lebenssituationen von Migrant/innen in Berlin und brachten der breiten Öffentlichkeit interkulturelles Mainstreaming als Thema anschaulich nahe (siehe gesonderte Projektbeschreibung).
Träger: BGZ Berliner Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit

Ergebnisse und ihre Nutzung

Das Projekt hat die Methode des interkulturellen Mainstreamings als integrierten Handlungsansatz erarbeitet, im Projekt erprobt, selbst in allen Teilprojekten angewendet, als gemeinsame Erfahrung erlebbar gemacht und der Berliner Politik und Wirtschaft zur Verfügung gestellt. Die Verbreitung dieser Methode in der Öffentlichkeit, vor allem durch die Ansprache der an der beruflichen Integration von Migrant/innen beteiligten Akteure, wurde erfolgreich auf den Weg gebracht.

 „Der Abbau von Arbeitslosigkeit unter den in Berlin lebenden Migrantinnen und Migranten bedarf weiterer besonderer Anstrengungen und ist fester Bestandteil der Berliner Arbeitsmarktpolitik. Die Senatsverwaltung für Wirtschaft, Arbeit und Frauen hat die Patenschaft für ProIntegration übernommen, weil dieses Projekt innovative Impulse für eine verbesserte Integration von Migrantinnen und Migranten in Berlin bietet.“

Susanne Ahlers, Staatssekretärin für Arbeit und Frauen a. D. und Schirmherrin von ProIntegration

Materialien

Projektflyer:
deutsch
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Projektdetails

Durchgeführt in:

Berlin

Laufzeit:

2005 – 2007

Partner in Berlin:

Bezirksamt Lichtenberg von Berlin, Söstra GmbH, ISI e.V., VIA e.V., Seminarzentrum Göttingen, Südost Europa Kultur e.V., Senatsverwaltung für Wirtschaft, Arbeit und Frauen

Ansprechperson:

Dr. Hilde Hansen
+49 (30)809941-11

Geber:

EU-Gemeinschaftsinitiative EQUAL, BMWA

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