EQUAL-Entwicklungspartnerschaft ProInteCra

Professional Integration of Immigrants in Skilled Crafts

Bedarf und Ausgangslage

Migrantinnen und Migranten haben eine deutlich höhere Arbeitslosenquote. Das ist ein Problem in ganz Deutschland. Das Handwerk ist ein Sektor, der gute Beschäftigungs- und Aufstiegschancen bietet und sich zunehmend einem Fachkräftemangel gegenüber sieht.

Die Gemeinschaftsinitiative EQUAL bot die Möglichkeit, die Integration von Migrantinnen und Migranten in das Handwerk voranzubringen. Die BGZ übernahm die nationale und transnationale Koordination. Partner im Projekt waren Handwerkskammern bzw. Bildungseinrichtungen des Handwerks, die zusammen rund 10% aller Handwerksbetriebe in Deutschland vertreten.

Projektziele und Aktivitäten

Aufgabe des Projekts war es, Möglichkeiten aufzuzeigen, Migrantinnen und Migranten in das Handwerk zu integrieren und Hemmnisse abzubauen, die diesem Ziel entgegenstehen. Das Projekt wurde in 6 Teilprojekten umgesetzt. Sie sind jeweils maßgeschneidert auf eine Zielgruppe bzw. eine spezifische Problemlage zugeschnitten.

Teilprojekt 1: Mit Migrationshintergrund ins Handwerk

Ausländische Jugendliche für eine Ausbildung im Handwerk zu gewinnen, war das Anliegen dieses Teilprojekts. Ausbildungsfähige junge Zuwandererinnen und Zuwanderer erhielten Informationen zu Chancen, die das Handwerk für die eigene Erwerbstätigkeit und den Aufbau einer selbständigen Existenz bieten kann. Darüber hinaus entwickelte das Projekt Maßnahmen zur Senkung der hohen Abbrecherquote.

Träger: Zentralstelle für die Weiterbildung im Handwerk e.V. Düsseldorf (ZWH)

Teilprojekt 2: Förderung fachsprachlicher Kompetenz

Ein Telelearning-Lehrgang förderte die deutschsprachige berufsspezifische Sprachkompetenz. Denn fehlende Sprachkenntnisse sind oft ein Grund dafür, dass Migrantinnen und Migranten Prüfungen nicht bestehen und deshalb unterhalb ihrer Qualifikationen und Kompetenzen arbeiten. Der Deutschkurs wurde als Web-Based-Training (WBT) entwickelt, von einem Fachsprachentutor begleitet und für Lehrlinge, Meister, Unternehmen etc. bereit gestellt.

Träger: Handwerkskammer Aachen

Teilprojekt 3: Betriebswirtschaftliches Training zur Existenzgründung

Aufgabe dieses Teilprojekts war es, Migrantinnen und Migranten an die Meisterprüfung heranzuführen und auf eine Existenzgründung im Handwerk vorzubereiten. Schwerpunkt war der Aufbau von Netzwerken zwischen Migrantenselbstorganisationen, Weiterbildungseinrichtungen der Handwerkskammer und den Innungen. Das Teilprojekt wurde um Networking Berlin erweitert.

Träger: Bildungs- und Technologiezentrum der Handwerkskammer Berlin

Teilprojekt 4: Frauen fördern – Migrantinnen als Fachkräfte im Handwerk

Das Projekt widmete sich der Einstiegs- und Weiterbildungsqualifizierung von Frauen mit Migrationshintergrund im Handwerk. Es richtete sich vor allem an mitarbeitende Ehefrauen in Handwerksbetrieben. Das Projekt erarbeitete den spezifischen Qualifizierungsbedarf für Migrantinnen sowohl durch die Einbeziehung der Zielgruppe als auch durch die direkte Ansprache von Handwerksbetrieben. Gefördert wurde ebenso der Kontaktaufbau zwischen deutschen und ausländischen Unternehmerfrauen im Handwerk.

Träger: Handwerkskammer Lüneburg-Stade

Teilprojekt 5: „Chance 40+“ – Passgenaue Weiterbildung für ältere Migrantinnen und Migranten

Das Teilprojekt entwickelte ein maßgeschneidertes modulares Qualifizierungsmodell für die Zusatz- und Nachqualifikation, um die Eingliederung von am Arbeitsmarkt benachteiligten älteren Migrantinnen und Migranten zu verbessern. Eine Kooperation von Bildungsträgern mit KMU und die Ermittlung der aktuellen Bedarfe der Wirtschaft garantierten einen hohen Praxisbezug der Qualifizierungsmodule.

Träger: Handwerkskammer Rhein-Main, Berufsbildungs- und Technologiezentrum Weiterstadt (BTZ)

Teilprojekt 6: Integration statt Ausgrenzung – Multiplikatorenschulungen gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit

Das Lehr- und Ausbildungspersonal von Bildungsstätten lernte sich auf Integrationsaufgaben einzustellen sowie die interkulturelle Bedeutung von Lern-/Ausbildungssituationen zu erkennen, um möglichen fremdenfeindlichen Einstellungen in Ausbildungsstätten entgegen zu wirken. Dazu entwickelte das Teilprojekt modulare Seminarreihen zur Multiplikatorenschulung. Darüber hinaus erhielt die Stadt Weimar einen Konsultationsstützpunkt, der bundesweit als Anlaufstelle für Weiterbildung im Bereich „Integration im Handwerk“ dient.

Träger: Aus- und Fortbildungszentrum des Baugewerbes e.V. Erfurt/Weimar

Ergebnisse und ihre Nutzung

Das Projekt hat rund 750 Menschen erreicht. Neben der Qualifizierung von Migrantinnen und Migranten hat es zur interkulturellen Öffnung des Handwerks und der handwerklichen KMU beigetragen. Kurse wurden ins Regelangebot übernommen, Diskussionsansätze und Materialien weiterentwickelt. Sie fanden Eingang z.B. in die von der Senatsverwaltung Arbeit, Integration und Frauen, IHK und Handwerkskammer getragene Kampagne „Berlins Wirtschaft braucht dich!“, die das Ziel hat, junge Migrantinnen und Migranten in eine duale Ausbildung zu bringen.

Materialien

Dokumentation der Fachtagung „Berufliche Integration von Migrantinnen und Migranten in das Handwerk“ am 15.02.2005 in Berlin
PDF

 „ProInteCra bedeutet einerseits eine Verbesserung der Integration von Migrantinnen und Migranten in die Gesellschaft. Andererseits wird auch ein wichtiger Beitrag zu mehr Beschäftigungs­möglichkeiten im Handwerk geleistet.“

Marieluise Beck, Die Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration a. D.
Projektflyer:
deutsch

Dieses Projekt wurde mit Unterstützung der Europäischen Kommission finanziert. Die Verantwortung für den Inhalt dieser Seite trägt allein der Verfasser; die Kommission haftet nicht für die weitere Verwendung der darin enthaltenen Angaben.

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Projektdetails

Durchgeführt in:

Deutschland, Österreich, Italien

Laufzeit:

2002 – 2005

Partner in Deutschland:

HWK Berlin, ZWH Düsseldorf, HWK Aachen, HWK Lüneburg-Stade, HWK Rhein-Main, BTZ Weiterstadt, ABW Weimar, BIT Media

Ansprechperson:

Dr. Hilde Hansen
Tel. +49 (30) 809941-16

Geber:

EU-Gemeinschaftsinitiative EQUAL, BMWA

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